Mein Weg zum Hamburg Marathon 2017

Nachdem ich im Herbst 2016 in Lübeck den Marathon in 3 Stunden und 6 Minuten gelaufen bin, dachte ich mir, ich versuche mal diese Distanz unter 3 Stunden in Hamburg zu laufen.
Vor genau einem Jahr begann dann mein 12 Wochen-Trainingsplan.

Diese 12 Wochen möchte ich nun kurz Revue passieren lassen. 

6x1000m in 3:35min/km, das war meine erste Einheit in diesem Plan. Immer dienstags hieß es nun Intervalle bolzen. Montags war meist Pause nach dem long run am Sonntag.

 

 

 

 

Ich hab das einfach auf einem sehr wenig befahrenen Fußgängerweg gemacht. Er war gut geteert und verlief gerade an einer Landstraße entlang. Ich lief einfach einen Kilometer in die eine Richtung, gefolgt von 400m Trabpause und drehte dann einfach wieder um – hin und her. Wenn das einer gesehen hat.

31 Jahre, 31 Situps, 31 Liegestütz

Dieses Program habe ich mir jeden Morgen und Abend gegönnt. Wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Ich hätte mehr machen müssen. Auch das Knie wurde nicht besser.

Ein späterer MRT-Besuch stellte einen Knorpelschaden 3. Grades fest. Was soll ich dazu sagen? Der Arzt meinte, ich soll es sein lassen mit dem Laufen. Er hat sicher recht, aber das konnte ich nicht machen. So lief ich weiter und hoffte auf Besserung im Knie.

Ich ließ 3 Einheiten in Woche 4 ausfallen. 

 

 

 

 

Jeden Freitag lief ich immer mein geplantes Marathon-Renntempo.

4:15min/km – die gelaufene Distanz steigerte sich über die Wochen hinweg bis zum Halbmarathon. Nach jeder Einheit am Freitag war ich froh, es geschafft zu haben diese Geschwindigkeit zu halten.

Es stand auch mein erster 30km-Lauf an. Am Ende verlief ich mich und rannte über einen Acker – toll bei km25 nochmal 1kg Dreck an den Schuhen zu haben.

 

 

 

 

In Hamburg sollte dies nicht passieren. Es war der erste von 8 Läufen mit 30km+.
Ein windiger Freitag blieb mir noch im Kopf. Anfang März sind natürlich alle Felder glatt, nichts wächst, um dir Windschatten zu spenden. So ging es leicht bergauf an einer Landstraße entlang.

 

 

 

 

Ich habe abgekotzt. Selbst die Musik in den Ohren war nicht zu hören, so stark pfiff der Wind an den Ohren entlang. Zum Schluss sind es 18km in 4:09min/km geworden und ich war stolz, es trotz diesen Bedingungen geschafft zu haben.

Es sollte sich lohnen, sich auch bei solchem Wetter durchzubeißen, wie ich am Raceday erfuhr.

In Woche 7 sollte ich am Sonntag 30km in 5:00min/km laufen.

Hagel, Wind und ich fühlte mich nicht gut. Ich brach den Lauf nach 14km ab und ließ mich von meiner Frau mit dem Auto abholen. Ich war gefrustet.

 

 

 

 

Einen Tag danach zog ich mir morgens um 7:30 Uhr die Laufsachen an und tat etwas, was man eigentlich nicht tun soll. Ich brach auf, die vergeigte Einheit zu wiederholen.

Ich schaffte es und so verschob sich meine Trainingswoche und ich musste in dieser Woche 6 Einheiten statt 5 absolvieren.

4 Wochen vor Tag X testete ich meine Form. Dies tat ich mit einem Halbmarathon in geplantem Marathon-Renntempo.

 

 

 

 

Ich versuchte, ein wenig schneller zu rennen, um mir selbst ein sicheres Gefühl zu geben. Nach 1 Stunde und 25 Minuten hatte ich die 21km hinter mich gebracht. Ein gutes Gefühl und das Training schlug langsam an.

Die beiden letzten langen Läufe waren dann noch einmal ein Test meiner Geduld.

Der letzte Lange ging über 35km, davon die letzten beiden Kilometer in Marathon-Renntempo. Das war krass – nach 33km noch einmal auf 4:15min/km anzuziehen.

 

 

 

 

2 von 12 Wochen lief ich über 100km in der Woche. Es machte auch langsam keinen Spaß mehr mindestens 5 Mal die Woche laufen gehen zu müssen. Es wurde Zeit für Hamburg!

 

Falls Ihr euch gerade auf den Hamburg Marathon vorbereitet wünsche ich euch viel Erfolg! Lasst euch nicht unterkriegen!
Der Marathon wird mit dem Kopf gelaufen!

Das Training als Tagebuch

Der Lauf in Hamburg 

„Ich glaube, der Marathon ist ein Ereignis, bei dem du etwas über deinen Körper und deinen Geist lernst, und dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob du 2:30 oder 5:30 rennst. Das wahrhaft Mächtige ist der Geist, denn dein Körper gibt meist bei Kilometer 30 auf, und dann ist es an deinem Geist, den Rest zu schaffen.“ (Paula Radcliffe)

Eine Antwort auf „Mein Weg zum Hamburg Marathon 2017“

  1. Schöner Bericht, Philipp, und herzlichen Glückwunsch zu so einer blitzschnellen Zeit! Ich verfolge schon seit Längerem deine Beiträge auf Instagram und Youtube. Immer wieder motivieren sie mich. Im letzten Sommer bin ich meinen 1. Marathon gelaufen in 4:08 Stunden, und zwar den beliebtesten in NRW, nämlich den Volksbank-Münster-Marathon (Tipp!).

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